Soundkarten und Treiber.

Soundkarten

Onboard-Soundkarten sind wohl die am meist verbreitetsten Soundlösung auf Desktop- und Laptops- PC's. Leider taucht oftmals das Problem bei Discount- Computern auf, dass für Audioanwendungen unzureichende Komponenten verbaut werden. Auch wird mehr Wert auf die Wiedergabe als auf die Aufnahme gelegt.

Onboard Soundchips sind nicht grundsätzlich schlecht. Der Unterschied zwischen Onboard Soundchips besteht darin, dass es einige gibt, die den Sound DSP gebunden errechnen, während andere dieses nur per Software erledigen. Allerdings sinkt dabei auch die Performance, da die CPU dabei in Mitleidenschaft gezogen wird.

Digitale Signal-Prozessoren (DSP) sind Computer-Bausteine, die ausschließlich für die Echtzeit-Berechnung von Audio-Signalen konzipiert sind. Synthesizer, Digitale Mischpulte, Sampler, Soundkarten etc. sind mit DSPs ausgestattet. Je mehr DSP-Power, desto mehr Effekte, Sounds, Audio-Kanäle etc. können in Echtzeit wiedergegeben werden

Der Soundkarten-Treiber ist das zweite Problem. Man unterscheidet zwischen MME- und DirectX-Treibern. Während ein Befehl an einen MME-Treiber manchmal bis zu 100 ms dauern kann, stellt ein DirectX-Treiber eine direkte Verbindung her. Denselben Zweck erfüllen auch ASIO-Treiber (Audio Stream-Input-Output). ASIO ist eine von Steinberg entwickelte Treiberarchitektur, die für niedrige Latenzzeiten und geringe Wahrscheinlichkeit von Aussetzern sorgt. Eine Art Kommunikationsschnittstelle zwischen Software (z.B. Recorder) und Audiohardware.

Bei Kauf einer Audio-Karte sollte man unbedingt darauf achten, dass die Karte mit ASIO-Treibern ausgestattet ist. Damit können beide Komponenten direkt miteinander kommunizieren und nicht wie beim MME-Treiber über das Betriebssystem. Das ist auch der Grund, warum MME-Treiber im Allgemeinen sehr schlechte Latenzzeiten verursachen. ASIO 2.1 ist die aktuelle Version des ASIO Standards.

Falls Sie über die tatsächliche Qualität nebst den zahlreichen Werbeversprechen Ihrer Sound-Hardware aufgeklärt werden möchten, können Sie das kostenlose Tool
Rightmark Audio Analyzer benutzen. Das Programm, welches auch bei professionellen Tests verwendet wird, ist sehr einfach und intuitiv zu bedienen. Es zeigt detailliert an, was die Audio-Hardware wirklich kann.

Alternative Soundkarten-Treiber...

Bringen Hersteller eine neue Technologie heraus, dann entsteht zuerst eine neue Highend-Soundkarte der oberen Preisklasse. Da natürlich nicht Jeder bereit ist, hunderte von Euros für so eine Soundkarte auszugeben, lässt der Hersteller schrittweise Features der Highend-Version weg, bis die Billigklasse entsteht.

Ein typischer Fall sind die SB Live Modelle von Creative Labs. Diese Karten werden in zig Variationen angeboten. Klar, die jeweilige Highend-Version hat immer die beste Ausstattung, aber die technischen Innereien sind die gleichen. Alle SB Live Karten basieren auf dem identischen Hauptbaustein, dem Emu10k1. Das ist ein Digitaler Signalprozessor (DSP), der praktisch alles Erdenkliche mit Soundsignalen anstellen kann. Emu10k1 und Emu10k2 Chips, findet man nicht nur in SB Live, Audigy, Audigy2, sondern auch in anderen Karten.

Auch in diesem Rechner, auf dem ich das schreibe, ist eine Creative SB Live Soundkarte eingebaut. Bei ca. 5 - 10 € Anschaffungskosten (Ebay) kann man nicht gerade von einer Highend-Version sprechen, doch der Emu10k1 DSP Soundchip der auch hierauf verbaut ist, besitzt mehr Potenzial, als es die mitgelieferte   Soundkarten-Software vermuten lässt.

Doch was kann man als Normal-User dagegen machen, ohne sich gleich eine Highend- Version kaufen zu müssen, die hunderte von Euros kostet? Vor einiger Zeit hat mich ein befreundeter Musiker auf das KX Project aufmerksam gemacht. Die Jungs vom KX Project widmen sich diesem Thema und entwickeln alternative Treiber für emu10k1/2 DSP basierende Soundkarten. Das Motto des Teams: Das Potential exponential erweitern, hat mich neugierig gemacht. Also habe ich das Ganze mal getestet.

Einige werden bestimmt denken: Na ja, andere Treiber schön und gut, aber was können die mehr als die anderen? Ehrlich gesagt, dachte ich mir das auch. Doch übertraf das Resultat bei weitem die Erwartung. Bei der Wiedergabe und im besonderem bei der Aufnahme zeigte sich nun, was möglich war. Gleiche Soundkarte neue Features. Signal-, Sound- Routing, was nur Soundkarten im oberen Preissegment anbieten, ließ sich ohne weiteres realisieren. Was ich damit meine, möchte ich an einem kleinen  (3MB!) Beispiel zeigen. Auch  komplexe Routings sind ohne weiteres machbar.

Im No23 Recorder fällt die Auswahl der Aufnahmequelle (LineIn, Mikro etc.) nun weg. Es existiert nur noch eine einzige Aufnahmequelle, und was hierüber aufgenommen werden soll, wird im DSP konfiguriert, wie in dem Beispiel gezeigt. Was alles damit machbar ist sowie eine genaue Anleitung und eine ausführliche Auflistung der Soundkarten die von diesen Treibern unterstützt werden, finden Sie auf der KX Project Webseite. Dort können Sie auch die kostenlosen Treiber herunterladen. Lesen Sie sich unbedingt die Einstellungen der Software durch bevor Sie diese benutzen!

An dieser Stelle möchte ich betonen - ohne jemandem auf die Füße treten zu wollen - dass ein gewisses Maß an Wissen und ein Über-den-Tellerrand-Denken vorhanden sein sollte, um mit diesen Treibern - Software zu arbeiten. Auch bietet No23 keinen Support oder ähnliches für diese Treiber - Software an. Bitte wenden Sie sich dazu an das
KX Project Team.